Montag, 20. Dezember 2010

level up


das folgende spiel ist eine pädagogische konfrontation mit dem eigenen ich und wird folgendermaßen gespielt:
spiele in der rolle von alina oder 9876876 anderen spielcharaktären in diesem unglaublichen spiel basierend auf dem wirklichen alltag. gib dein leben völlig auf und verbünde dich mit deinen lieblingscharaktären, um das leben wieder unter deine kontrolle zu bringen. durch mut und mit mühe wirst du über  365 packende level bewältigen und dich am ende dem endgegner stellen. fordere deine freunde in vielen aufregenden minispielen heraus:
-besuche das schloss des grauens und stell dich den gefürchteten kreaturen, die dir lernstoff beibringen wollen
-bewältige unglaubliche berge von aufgaben und notizen, die dir diese kreaturen an die füße gehängt haben
-bezwinge klausurmonster und stell dich dem endgegner: den vierstündigen LK-klausuren
-eigne dir neue methoden an und stopfe dein gehirn voll mit neuem stoff, bis es platzt!
-mache viele nebensächliche aber unglaublich wichtige dinge wie arzttermine und lasse dich von allen mit arbeit zuschütten
- entdecke die mysteriösen welten der fahrschule und vieles vieles mehr
-(am ende darfst du vielleicht, eventuell schlafen )

das neue, aufwändig produzierte super school warrior zum aktionspreis 19,95€

ich brauche schlaf.

Freitag, 17. Dezember 2010

"dein kopf steckt schonwieder in den wolken"


das klingt immer sehr vorwurfsvoll. aber man sollte erstmal nachdenken bevor man sowas sagt. der stress geht mit allmählich auf die nerven. mein charakter ist ungeordnet und meine laune verwirrt und lasch. ich rege mich in letzter zeit viel zu oft wegen kleinigkeiten auf. eigentlich versuche ich mit gandalfartiger gelassenheit an alle sachen heranzugehen, aberletztendlich klappt es doch nicht. ich will action. ich will adrenalin! ich habe irgendwie wieder lust mich richtig vollaufen zu lassen. yeah! und danach will ich tagelang durchschlafen. ich will keinen regen, ich will herbst! ich will teepartys und mondlicht! schneemannarmeen bauen und schneeballschlachten anführen! ich habe keine lust auf irdische beschränkungen, ich will fliegen! und gewitter!  ich will nichtmehr früh aufstehen, ich will ausschlafen! ich will rausch! und durch die zeit reisen. und ich will mein riesiges leinwandprojekt endlich anfangen. und mein zimmer zuendestreichen. aber was habe ich? chaos >:/ alles in meinem kopf ist getränkt mit gleichgültigkeit und alten ranzigen erinnerungen. ich habe meine augen und gedanken definitiv woanders, nur nicht in der mich umgebenden welt. ich bekomme andauernd von leuten gesagt, dass sie mich gegrüßt oder erkannt oder mit mir geredet haben und ich krieg nix mit davon! ich nehme rein garnichts wahr aus meiner außenwelt, da könnten die leute banner hochhalten. ich bin irgendwie dauernd in meinem kopf, deswegen stolpere ich mehrmals täglich über bordsteine, die mich daran erinnern, dass ich noch hinfalle wenn ich nicht aufpasse. so viele verpflichtungen und aufgaben und termine und erledigungen und planungen, mir platzt der kopf! da will man doch wenigstens für ein paar momente am tag davon befreit sein und nicht dran denken >:O

some creepy stuff

jetzt wo schule so stressig ist, kommt es immer wieder vor, dass ich mittags und vorabends schlafe, und zwar ungewollt! (wollte an dieser stelle kurz einwerfen, dass ich nicht verstehe, warum sich kinder so gegen den mittagsschlaf sträuben. sie sollen froh sein, dass sie den überhaupt in anspruch nehmen dürfen!). eigentlich legt man sich ins bett um ein bisschen zu entspannen oder hauaufgaben zu machen. selbiges hat sich gestern bei mir um 17 uhr ereignet, mit dem kleinen unterschied, dass ich dann gegen halb acht auf einem zettel mit spanischen vokabeln für "los inmigrantes" aufgewacht bin. ich hab nichtmal gemerkt, dass ich eingeschlafen bin! verständlicherweise war ich ziemlich verwirrt darüber, dass ich nichtmal mehr mitkriege, was ich eigentlich mache. auf diesen schock und im zustand der anhaltenden schläfrigen benommenheit schrie mein körper nach etwas ganz bestimmten. aber hier taucht nun das problem auf, das ich immer nach einem nachmittagsschlaf feststellen muss: was will ich eigentlich genau?
das ist dieses komische gefühl nach einem schlaf mittags: nicht nur, dass man sich schwach fühlt wie sonst nicht, dass man schlecht gelaunt ist und dass man einfach nicht wach wird und friert; nein, hinzu kommt diese unbändige lust, irgendetwas zu sich zu nehmen, wovon man keine ahnung hat, was es ist. die suche des unersättlichen nach erlösung. und so machte ich gestern folgende entdeckung: ich brauche was zu saugen!
kaltes wasser scheint eine angemessene lösung zu sein und das gefühl vorerst abzustellen, stellt sich aber im nachhinein als völlige fehlentscheidung heraus, weil es viel zu flüssig und geschmacklos ist und mehr noch ein gefühl von benommenheit und übelkeit auslöst. und es lässt sich nicht gut saugen.
feste nahrung ist auch doof, weil mein gemüt zu faul ist zu kauen und so. außerdem will ich saugen.
versetze mich also mehr in mich selber und konzentriere mich auf mein bedürfnis: es muss etwas süßes sein, was man mit vollem empfinden aufsaugen kann und was ein gefühl von genugtuung im mund auslöst und hunger und durst gleichzeitig abschaltet. entscheide mich kurzfristig für kakao, welcher auf besondere art zubereitet sein muss, nicht so wie sonst: 4 löffel pulver, die milch aufschütten und die kakaodinger auslöffeln, den rest im uhrzeigersinn unterrühren, aber nur mit plastiklöffel, metall ist zu hart für den vorherrschenden zustand. dann die ersten sekunden löffeln, später trinken. außerdem sollte er kalt sein und in einer sitzung getrunken werden, am besten im stehen.
ein gutes saug-gefühl, aber immernoch nicht das richtige.
glücklicherweise identifizierten sich meine ansprüche mit den eigenschaften von orangensaft, dessen süßliche kühlheit und mehr oder weniger dickflüssigkeit genau das mit sich brachten, was endlich dieses dämliche saug-verlangen stillten.
komisch, was man nach dem schlaf so für ansprüche hat, beinahe gesprenstisch.

only 6 days left until x-mas!

und ich habe, wie eigentlich zu erwarten war, noch kein einziges Geschenk gekauft. 
es liegt nicht daran, dass mir das nicht wichtig ist; aber bei dem Wetter ist es einfach eine sehr große Zumutung, überhaupt einen Fuß vor die Tür zu setzen.
Abgesehen davon hasse ich diese Phrase "Oh Gott, ich muss noch Geschenke kaufen für..."
Ich schenke gern, aber nur dann, wenn ich es auch wirklich ernst meine und mag. Deswegen schenke ich auch nur den Leuten etwas, die mir was bedeuten, und nicht weil ich es muss, weil es irgendwer vorschreibt oder weil es sich so gehört.
Der Stress vor Weihnachten ist das Schlimmste an dieser Zeit. Aber das werde ich mir dieses Jahr definitiv nicht antun.

Dienstag, 14. Dezember 2010

an unsought mystery // the inner quest

In eine dicke Decke gekuschelt, umgeben von wärmendem und erheiterndem Kerzenschein, mit einem leckeren Tee und Keksen und einem guten Buch vor mir, sowie der härtesten Weihnachtsfeier hinter mir (Die Folgen bereiten mir extreme Schmerzen gerade -.-) sitze ich in meinem Bett und bin einfach da, und das sehr müde.
Alle möglichen Sachen schwirren mir in meinem Kopf herum und sorgen für eine Menge an Verwirrung und Ratlosigkeit.

Von meiner aktuellen Situation abhängig ist mir gerade eine unglaublich nervige Kehrseite des Menschsein bewusst geworden:
                 Oft kennen wir uns selbst garnicht richtig.

Wir haben manchmal einfach null Plan was gerade in unserem Inneren vorgeht, und selbst wenn wir versuchen, in uns hinein zu hören, kommt es zu keiner Lösung.
Manchmal sind wir uns selbst ein unglaubliches Mysterium, wenn wir selbst paradoxerweise unsere eigene Gefühlslage nicht definieren können; wir wissen nur, dass sie da ist, weil seit Tagen oder Wochen ein seltsames Kribbeln in der Bauch- und Herzgegend je nach Situation an Intensität zu- oder abnimmt und mal auf- und mal abwandert. Manchmal merkt man es nicht und vergisst es, dann im anderen Moment schlägt es, ausgelöst durch Ereignisse oder Anblicke, mit solch einer Härte zurück, dass man nicht weiß, wie einem geschieht und keinerlei Kontrolle mehr über seine Gedanken und Handlungen hat, wie eine Droge.
Ich versuche, dieses seltsame Gefühl durch einige spontane Leitfragen genauer auszumachen:
Was fühle ich da eingentlich? Was löst es aus? Wann tritt es auf?
Ich erkenne, dass mich diese Fragerei in keinster Weise weiterbringt. Die Antwort dafür ist einfach: Wir können unsere Gefühle nicht wie physikalische Experimente behandeln und gezielt und strukturiert nach einer Lösung suchen. Der Schlüssel heißt, auch wenn es uns nicht passt, einfach nur warten und sehen, was passiert. Und das passt mir überhaupt nicht. Ich hasse warten und bin unglaublich ungeduldig.

Aber bis etwas passiert, muss ich mich damit zufrieden geben und ausharren, egal wie lang es dauert und wie hart es ist, denn ich kann nichts dagegen tun. Und bis dahin werde ich mir weiterhin die schwierigste Frage stellen müssen: Bin ich verliebt?





                                                                     ♥*